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Jürgen Prochnow


wurde am 10. Juni 1941 in Berlin als Sohn eines Ingenieurs geboren. 1952 zog er mit seinen Eltern nach Düsseldorf und besuchte dort das Jacobi-Gymnasium. Anschließend begann er eine Banklehre und arbeitete nebenher als Statist am Düsseldorfer Schauspielhaus. Nach seiner Ausbildung besuchte er die renommierte Folkwang-Hochschule in Essen. Seine erste Aufführungen (1966) absolvierte er an den Städtischen Bühnen in Osnabrück. Danach gastierte er für drei Jahre am Stadttheater in Aachen, u. a. in Stücken von Kafka, Mrozek und Arabal. Von 1971 bis 1976 trat er im Ensemble des Schauspielhauses Bochum auf.

„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ aus dem Jahr 1975 konnte er seinen ersten Erfolg verzeichnen wie seine Rolle als homosexueller Verführer Martin Kunrath in Wolfgang Petersens TV-Produktion „Die Konsequenz“ aus dem Jahre 1977.

Schließlich erlangte der Schauspieler seinen internationalen Durchbruch mit der Kinoproduktion „Das Boot“ aus dem Jahre 1981, die ebenfalls von Wolfgang Petersen inszeniert wurde. Seine Rolle eines deutschen Kommandanten im U-Boot-Krieg während des zweiten Weltkrieges meisterte er mit Bravour.

Nach seinen schauspielerischen Glanzleistungen erhielt er viele Angebote aus dem europäischen Ausland – und schließlich auch aus Hollywood. Bereits Anfang der Achtziger verlegte er seinen Wohnsitz in die USA, kommt aber häufig nach Deutschland, um hier Fernsehfilme zu drehen oder im Theater aufzutreten.

1984 bekam er die Rolle des Leto Atreides in David Lynchs Mega-Produktion „Dune“. Ein Vierteljahrhundert später leiht er seine Stimme nun auch Leto Atreides in der Hörbuch-Serie „DUNE – Der Wüstenplanet“.

In vielen weiteren TV- und Kinoproduktionen konnte Jürgen Prochnow seine schauspielerischen Leistungen unter Beweis stellen, wie in „Kinder der Apokalypse“, „The Seventh Sign“, „Terminus“ und „Viimeisellä rajalla“, „Interceptor“, „Hurricane Smith“ oder als Erzbösewicht Sir Miles Folcanet in John Irvins „Robin Hood“.

In den neunziger Jahren konnte man ihn in John Carpenters „In The Mouth Of Madness“, in Anthony Pages „Forbidden“, in Bobby Roths „The Man Inside“, der Verfilmung von Günter Wallraffs Enthüllungsbuch „Der Aufmacher“ sowie im Thriller „Tödliche Wahl“ oder in Anthony Minghellas „Der englische Patient“, der mit neun Oscars nominiert wurde, bewundern.

Schließlich spielte Jürgen Prochnow in den letzten Jahren noch in folgenden Filmen (Auszug) auf der Leinwand mit:

2001: Ripper – Briefe aus der Hölle (Ripper)
2003: Baltic Storm
2003: House of the Dead
2004: Julie - Agentin des Königs (Julie, Chevalier de Maupin)
2006: The Da Vinci Code – Sakrileg (The Da Vinci Code)
2006: Schröders wunderbare Welt
2006: Die Prophezeiungen von Celestine
2007: Die Fährte des Grauens (Primeval)
2007: Nanking

Außerdem erhielt er folgende Auszeichnungen für sein schauspielerisches Talent:

1976  Der Deutsche Filmpreis
1978  Deutscher Darstellerpreis
1985  Der Bayerischer Filmpreis
1986  Die Goldene Kamera
1988  Bambi
1996  Der Deutsche Videopreis

1980 bekam Jürgen Prochnow mit der österreichischen Schauspielerin Antonia Reininghaus eine Tochter, die im Alter von sieben Jahren bei einem missglückten Selbstmordversuch der Mutter vergiftet wurde. Zwischen 1982 und 1997 war Jürgen Prochnow mit Isabel Goslar verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder (Roman und Mona). Er lebt mit seiner dritten Ehefrau in Los Angeles.